Prävention

Auch wenn hereditäre Faktoren eine Rolle spielen, ist die Versorgung mit Mikronährstoffen ausschlaggebend. Aus der Forschung an eineiigen Zwillingen wissen wir, dass die Wahrscheinlichkeit, dass der andere Zwilling auch Krebs bekommt, wenn der eine ihn hat, nur bei 2 % liegt. Die epigenetischen Einflüsse sind nicht zu unterschätzen; deshalb dürfen wir auch BRCA 1 und 2 nicht überschätzen.

Den Ernährungseinfluss wies die EPIC-Studie nach: Bei einer gesunden Ernährung wurden weniger Malignome beobachtet. Hier könnte auch der Grund für Häufungen von Krebs in bestimmten Familien liegen, da diese sich nicht nur genetisch, sondern auch in den Ernährungsgewohnheiten oft ähneln. (Ähnliches gilt für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.)

Warum nur führt man den Gedankengang nicht logisch weiter: Wenn ein Mehr an bestimmten Schutzstoffen in der Nahrung zu weniger Krebs führt, warum erhöht man die Zufuhr an diesen Stoffen über das ernährungsmäßig Mögliche hinaus weiter, um einen noch besseren Schutz zu erzeugen?

Konkret sieht es so aus, dass in der Basissubstitution bereits die Stoffe in guter Konzentration vorhanden sind, für die Krebsschutzwirkungen wissenschaftlich nachgewiesen sind. Ihre Dosierung kann man auch präventiv erhöhen, z. B. für Ascorbin auf 6-8 g, Vitamin D3 auf 1000 IE, Selen auf 300 µg und OPC auf 500 mg. Dazu noch Resveratrol (30 – 100 mg), Curcumin mit Piperidin (350 mg), Vitamin E 200 mg und Beta-Carotin 5-10 mg. Ernährungsberatung und möglichst viel körperliche Bewegung sind selbstverständlich.

Primärbehandlung

Ziel ist die Entfernung des bösartigen Tumors weit im Gesunden und die Vermeidung von Rezidiven und Metastasen, so gut wie das nur irgend möglich ist.

Leider beobachtet man viel zu oft einen Sicherheitsabstand von nur einem Millimeter oder eine oder zwei Nachresektionen, weil die Primärexzision nicht im Gesunden war. Auch scheinen in den letzten Jahren die Lokalrezidive nach Blasen- oder Mammakarzinomen zugenommen zu haben, letztere trotz Radiatio.

Bis vor nicht allzu langer Zeit existierte die unumstößliche Devise: Punktiere keinen malignen Tumor. Davon ist man in letzter Zeit abgekommen. Es sei dahingestellt, ob es wirklich belanglos ist, wenn dadurch Millionen maligner Zellen mit dem Blutstrom im Körper verteilt werden. Zumindest gibt es genügend Gegenstimmen. Manche davon gerieten in Vergessenheit, wie Hackethal, der von Haustier- und Raubtierkrebs sprach und von präoperativen Punktionen abriet, weil er beim Prostatakarzinom damit viel schlechtere Verläufe sah.

Die Notwendigkeit einer Stanze und das Vorliegen der Histologie innerhalb 24 (!) Stunden wird damit begründet, Entscheidungen über die Therapie und eine eventuelle präoperative Chemotherapie besser treffen zu können.

An der Chemotherapie scheiden sich die Geister. Sie ist ein beschönigender, unpräziser Begriff. Schließlich ist auch eine Antibiotikabehandlung eine Therapie mit chemischen Stoffen. Die sog. Chemotherapie ist eine universelle zytotoxische Therapie, eine Schädigung bzw. Vernichtung gesunder und kranker Zellen, eine Schrotladung auf den gesamten Körper in der Hoffnung, Krebszellen würden dadurch eher zugrunde gehen als gesunde Zellen. Die verwendeten Chemikalien sind dosisabhängig alle tödlich, der therapeutische Bereich eng, die Nebenwirkungen gravierend und die Erfolge frustrierend. Ausnahmen bestätigen die Regel. Es ist bekannt, dass eine adjuvante Chemotherapie die 10-Jahre-Überlebensrate nur um 2 % erhöht. Das Immunsystem wird hochgradig geschädigt und viele Betroffene sterben an viralen und bakteriellen Infektionen.

In der Ascorbinforschung wird der Begriff der Zytotoxizität verwendet, und zwar als die selektiv nur maligne Zellen vernichtende Wirkung des Ascorbins ohne jede Schädigung gesunder Körperzellen. Das ist wissenschaftlich seit 2005 bewiesen. Was ist also besser, eine Schrotladung oder gezielte Schüsse auf den Krebs? Die Therapieerfolge sind vorhanden und die Lebensqualität bleibt gut.

Zur Metastasenprophylaxe (und zu nichts anderem wird auch die konventionelle adjuvante Chemotherapie eingesetzt) eignet sich also Ascorbin besser. Weil nicht davon ausgegangen werden kann, dass mit einer einmaligen Anwendung restlos alle Krebszellen im Körper vernichtet werden (z. B. nicht die Krebszellen im Blutstrom ohne Gewebeverband), behandelt man je nach Risiko über längere Zeit. Wenn bei einem sehr aggressiven Tumor mit Grading 3 beispielsweise eine Serie von 5 Infusionen alle 4-6 Wochen ratsam ist, genügt bei Grading 1 eine Infusionsserie alle halben Jahre.

Vor Beginn der Infusionen sollte geprüft werden, dass der Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Spiegel (G6PD) im Normbereich liegt, um eine potentielle Hämolyse auszuschließen. Je nach Labor wird Citrat- oder EDTA-Blut verwendet.

Eine intravenöse Infusion läuft mindestens 1 Stunde mit 15 g Natriumascorbat in 250 ml NaCl 0,9%. Manche geben vorab Glutathion, andere zur Infusion Kupfer. Die vorherige Gabe von Sauerstoff über Nasensonde, hyperbarem Sauerstoff oder eine Ozontherapie bzw. die gleichzeitige Gabe von aktiviertem Sauerstoff (siehe Spiro-Vitaltherapie) soll über eine bessere Oxygenierung die Wirkung verbessern.

Eine Serie besteht aus 5 Infusionen alle 2-4 Tage (2-3/Woche). Wir empfehlen nicht die gleichzeitige Gabe von Antioxidantien wie Glutathion oder Vitamin B-Komplex zusammen mit Ascorbininfusionen, da sie die prooxidative Aktivität des Ascorbins vermindern und sein krebsbekämpfendes Potential abschwächen können.

Die orale Substitution kann z. B. so aussehen:

  • Ascorbin bis zur Darmtoleranzgrenze,
  • Vitamin D3 1000 IE,
  • Coenzym Q10 200 mg,
  • L-Carnitin 200 mg,
  • Traubenkernextrakt 500 mg,
  • Curcumin mit Piperidin 350 mg,
  • ALA 6g (2 EL Leinöl).

Metastasierende Malignome

Je jünger ein Mensch ist, wenn ein Malignom auftritt, umso größer ist die Gefahr einer Metastasierung. Es ist Unfug und beschönigt nur die Statistik, nach 5 Jahren ohne Metastasen von Heilung zu sprechen. Oft treten Metastasen erst nach 7 bis 13 Jahren auf. Ein Primärtumor, z. B. Mammakarzinom Grading 1, mit 75 Jahren schränkt die Lebenserwartung bei gesunder Ernährung auch ohne Substitution meist nicht ein. Ansonsten werden Metastasen in der Regel beobachtet, wenn keine orthomolekulare Prävention erfolgte.

Konventioneller Weise wird dann eine palliative Chemotherapie (auch Radiatio bei Knochenmetastasen) durchgeführt mit den bekannten Ergebnissen und Nebenwirkungen. Stattdessen führt eine Ascorbin-Infusionstherapie eher zu einer längeren Überlebenszeit bei erhaltener Lebensqualität. Anhand von Tumormarkern und Metastasengröße wird individuell die Therapie kontrolliert und die Dosis angepasst.

Sinkt der Tumormarker unter 15 g Ascorbin pro Infusion innerhalb 3 Wochen auf 10 % des Ausgangswertes oder zeigt sich bei den Metastasen ein No Change oder eine Remission, greift die Therapie. Man bleibt bei dieser Dosierung und verabreicht kontinuierlich 2-3 Mal pro Woche diese Dosis. Steigt der Tumormarker oder wachsen die Metastasen, erhöht man die Dosis wöchentlich um 7,5 g Ascorbin, bis bei 60g oder 90 g pro Infusion ein No Change bzw. eine Remission eintritt. Falls nicht, was kaum beobachtet wurde, wäre eine zusätzliche Chemotherapie zu überlegen. Entgegen der Meinung mancher Onkologen wirkt Ascorbin synergistisch mit einer Chemotherapie und behindert deren Wirkung in keiner Weise. Von Ascorbin abzuraten verkürzt die Lebenserwartung gewaltig. Bereits aus den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts wissen wir, dass onkologische Patienten an Skorbut sterben.

Irgendwann kommt der Hype. Den Patienten geht es so gut, dass sie in Urlaub fahren wollen. Andere haben Probleme mit der Finanzierung dieser erfolgreichen Therapie, die von den Krankenkassen nicht übernommen wird, weil diese, aus welchen Gründen auch immer, lieber eine Chemotherapie finanzieren, die allerdings das Zehnfache und mehr kostet und die Lebenszeit meist abkürzt.

Es hat sich gezeigt, dass die Unterbrechung einer erfolgreichen kontinuierlichen intravenösen Metastasentherapie mit Ascorbin dem Krebs immer einen Vorteil verschafft. Er wächst wieder. Man kann die Patienten verstehen, aber man tut ihnen keinen Gefallen, wenn man ihren momentanen, verständlichen Wünschen auf Kosten der Langzeitprognose nachgibt.

Eine orale Begleittherapie erfolgt mit Ascorbin bis zur Darmtoleranzgrenze, mindestens aber 12g, Beta-Carotin 10 mg, Vitamin B-Komplex 50 – 100 mg, Vitamin D3 2000 - 4000 IE, Vitamin E 400 mg, Vitamin K1 und K2 100 – 1000 µg, Coenzym Q10 600 mg, L-Carnitin 2000 mg, Traubenkernextrakt 1000 - 1500 mg, EGCG 500 – 1000 mg, Curcumin mit Piperidin 350 mg, Lysin 1000 mg, Prolin 1000 mg, Selen 600 µg, ALA 9g (3 EL Leinöl), EPA+DHA 2g, Alpha-Liponsäure 500 mg, N-Acetylcystein 2 g.

Von anderen Therapien, wie z. B. der Gerson-Diät oder der Zeolith-Therapie hört man unglaublich gute Resultate mit Vollremissionen bei metastasierenden Malignomen. Ohne diese Ergebnisse in Zweifel zu ziehen fehlt bislang der überzeugende wissenschaftliche Beweis. Die DGOM betrachtet es als ihre Aufgabe, auch hier zu mehr Klarheit zu kommen.

Unser Ziel ist es, das Wissen über die Orthomolekularmedizin zu verbreiten, die Forschung zu fördern und eine wesentliche Verbesserung der gesundheitlichen Situation in der Bundesrepublik zu erreichen.

Kontakt
  • Deutsche Gesellschaft für Orthomolekular-Medizin e. V.
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