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Vitamine zählen zu den Rohstoffen

Die ausreichende Zufuhr von Vitaminen sollte gewährleistet sein, um uns gesund zu erhalten. Dies ist hinreichend bekannt.
Was aber ist ausreichend?

Versehentlich unterblieb einmal Anfang des dritten Jahrtausends bei der industriellen, vollsynthetischen Fertigung von Babymilch die Zugabe des Vitamins B1. Am Krankheitsbild Beriberi (Vitamin B1-Mangel) starben drei Säuglinge. Man hätte auch Kuhmilch verdünnen und durch Zusatz einiger weniger Stoffe der Zusammensetzung der Muttermilch annähern und damit diese Tragik vermeiden können.

Fehlt ein einziges Vitamin völlig, bedeutet dies das Ende des Lebens. Der Minimalbedarf wurde an jungen, gesunden, nicht rauchenden und normalgewichtigen Probanden untersucht und bezeichnet die Menge, bei der noch keine Mangelsymptome auftreten. Dieser Minimalbedarf wird als RDA oder tägliche Verzehrempfehlung propagiert. Wie die Verhältnisse bei Kranken, unter chronischer Medikamenteneinnahme oder bei Älteren sind, wurde noch nicht konsequent untersucht. Man vermutet einen höheren Bedarf. Aber gilt dies gleichermaßen und generell für alle Vitamine? Isst jemand beispielsweise rohes Eiweiß, erhöht er damit isoliert seinen Folsäurebedarf enorm. Unterversorgungen mit Vitaminen, Hypovitaminosen, sind teilweise schwer zu erkennen und werden oft erst dann bemerkt, wenn die Mangelsymptome bereits ausgeprägt sind und zu Krankheiten geführt haben.

Soweit muss es nicht kommen. Es gilt, nicht am Minimalbedarf herumzudümpeln, sondern präventiv und therapeutisch wirksame Mengen einzunehmen, die unseren heutigen Lebensgewohnheiten gerecht werden.

 
Vitamin A (Retinol=Vitamin A1, Retinal, Retinsäure, Retinylpalmitat, Provitamin A = Beta-Carotin) ░↓

DGE: -1: 0,6 mg-Ä, 1+: 1,0, Sch: 1,1, St: 1,5

D: 4+: 0,25 mg, 10+: 0,3 mg, 15+: 0,8 mg

Vitamin A ist licht- und wärmeempfindlich und oxidiert leicht. Es treten Kochverlust von mindestens 10-30% auf.
Es ist erforderlich als Vorstufe für Sehfarbstoffe, zur Farbunterscheidung und Hell-Dunkel-Unterscheidung, für das Zellwachstum (besonders Haut/Schleimhaut), zur DNA-Reparatur, als Hautschutz (UV-B), zur Erythrozytenbildung, zur Leukozytenfunktion und für den Protein- und Fettstoffwechsel. Bei eiweißreicher Ernährung wird mehr benötigt. Knochenaufbau, Knochenheilung, Östrogen- und Testosteronsynthese, Oogenese (Eizellreifung) und Spermatogenese (Samenzellreifung) hängen vom Vitamin A ab.

Der Bedarf wird mit 1mg Vitamin A bzw. 2 mg Beta-Carotin angegeben. Vitamin A ist besonders in Butter, Eigelb, Fisch, Leber und Milch enthalten, Beta-Carotin vorwiegend in Karotten und Karottensaft.

Erhöhter Bedarf besteht im höheren Alter, bei Aids, Alkoholkonsum, Appetitmangel, Arterioskleroserisiko, Arthritis, Cholesterinsenkereinnahme, Diabetes, Entzündungen, Frühgeburtlichkeit, Geruchsinnbeeinträchtigungen, Haarausfall, Hyperthyreose, Infektanfälligkeit, Infertilität, Krebs, Laxantieneinnahme, Nierensteinen, Operationen, Rauchen, Schwangerschaft (Carotin besser als Vitamin A), Schlafmitteleinnahme, verringerter Sehschärfe, Stress, Sonnenlicht- und Umweltgifte-Exposition.


B – Vitamine

Generell gilt für die B-Vitamine, dass der Bedarf mit dem Alter steigt. Als klassische Nahrungsergänzung sollten sie bei erhöhtem Bedarf in jedem Lebensalter, ab dem 50. Lebensjahr generell und ab 60 in höherer Dosis genommen werden.
Wenn man die theoretisch mögliche Aufnahme selbst bei einer ausgewogenen Ernährungsweise nachrechnet, kommt man zu dem Ergebnis, dass in keinem Alter die Deckung des Minimalbedarfs an B-Vitaminen mit Nahrungsmitteln allein möglich ist, schon gar nicht, wenn man Körpergewicht, Lebensweise, Krankheiten, Ansammlung der wasserlöslichen Vitamine im Kochwasser, Verluste durch Hitze, Lichteinfluss und Alterung der Lebensmittel berücksichtigt. Manche Vitamine könnten nur durch eine praktisch nicht durchführbare einseitige Kost in ausreichender Menge aufgenommen werden, beispielsweise durch täglich 500 g (!) Haferflocken, 3 kg (!) Obst oder 200 g (!) Rindfleisch. 

 
Vitamin B1, Thiamin ░↓

DGE: 15+: 1,0-1,3mg
D: -15: 1mg, 15+: 4 mg. Bei erhöhtem Bedarf (s. u.) 10 mg bis über 200 mg (Krebstherapie).

Wirkungen: Erregungsübertragung von den Nerven auf die Muskulatur, Neurotransmitterstoffwechsel, Nervenregeneration nach Nervenverletzungen und –erkrankungen, Coenzymfunktion besonders im KH-Stoffwechsel.

Erhöhter Bedarf bei: Reichlichem Zuckerkonsum, Anti-Baby-Pille, Stress, Rauchen, Alkohol (behindert Resorption, beschleunigt Abbau), schwarzer Tee (behindert Resorption), Leistungssport, Schwangerschaft, Stillzeit.

Die Tagesdosis von 1 mg ist enthalten in:
50 g Sonnenblumenkerne,
100 g Schweinefleisch,
200 g Haferflocken,
200 g Wildreis,
200 g Sojabohnen,
300 g Scholle oder Thunfisch.

Mangelerscheinungen: Neurologische Störungen, Lähmungen, Hypästhesien (Taubheitsgefühl), metabolische Azidose, Appetitmangel, Verdauungsstörungen, Müdigkeit, Depression, Gedächtnisschwäche, Atemnot, schneller Puls, Ödeme. Starker Mangel: Beri-Beri: Sketellmuskelschwund, dünne Beine, neurologische Störungen.  

 

Vitamin B2, Riboflavin ░↓

DGE: 1,5 mg
D: -15: 1 mg, 15+: 4-10 mg, Sch, St 4 mg

Es ist hitzestabil und lichtempfindlich.

Wirkungen: Bestandteil von Coenzymen, wichtig für Energiegewinnung aus der Nahrung.

Erhöhter Bedarf bei: Schwangerschaft, Stillzeit, Rauchen, Alkohol, Diabetes mellitus, Sport, Stress, Migräneprophylaxe (?)

1,5 mg sind enthalten in:
4 Gläser Milch,
4 Eier,
50 g Schweineleber,
150 g Roggenkeime,
230 g Camenbert,
375 g Schnittkäse.

Mangelsymptome
Ein Mangel führt auch zu einem Mangel an Vitamin B3, B6, K und Folsäure. Abgeschlagenheit, Halsschmerzen, Mundwinkelrhagaden, Dermatosen, Parodontitis, Sehstörungen, Wachstumsstörungen, Anämie, neurologische Störungen.

 

Vitamin B3, Niacin, Niacinamid/Nicotinamid, Vitamin PP (Pellagra Preventing) ░↓

Vitamin B3 umfasst zwei Moleküle. Zum einen Niacin (C6H5N02), zum anderen Niacinamid. Niacinamid wird auch als Nicotinamid bezeichnet. Beide sind hitzestabil.

DGE: 15+: 15mg

D: 4+: 12mg, 10+: 15mg, 15+: 30-50 mg als Niacin oder Niacinamid. Zur Therapie (ADHS, Depression, Migräne, Psychopharmakaentzug, Schizophrenie, Suchtbehandlung, Arthrose) bis 3 x 1 g nach dem Essen, in der Tumortherapie 300 mg und mehr, zur Cholesterinsenkung 1g/d.

 

Tagesbedarf (15 mg) in:

100 g Kalbsleber,

200 g Rindfleisch,

250 g Weizenvollkornbrot,

750 g Erbsen,

1250 g Kartoffeln,

3000 g Obst.

 

Anwendung

Vitamin B3 ist Bestandteil des NAD (Nicotinamid-Adenin-Dinucleotid) und damit für über 450 Reaktionen im KH-, Eiweiß-, Fett- und Energiestoffwechsel aller Zellen erforderlich. Es ist wichtig für die Neurotransmitterbildung. Es erhöht das HDL und senkt das CRP, das Cholesterin, die Triglyceride, das LDL das gefährliche VLDL und das Lp(a).

In Form von Niacin oder Niacinamid und hochdosiert (3 x 1 g/d) ist es gut zur Behandlung von Migräne, Depressionen, Schizophrenien, ADHS und zum Suchtentzug, einschließlich zum Ausschleichen von Psychopharmaka, geeignet.

Unter Niacinamid treten Flushs (dosisabhängige Vasodilatation mit Hautrötung und Prickeln, vom Kopf aus körperabwärts, selten bis zu den Füßen) in der Regel nicht auf (nur bei weit weniger als 1 % der Anwender), unter Niacin ab einer Einzeldosis von (25) - 50 – 100 mg nahezu immer. Diese harmlose Nebenwirkung zeigt sich zu Beginn einer Behandlung, lässt in ihrer Intensität nach und verschwindet nach einer bis wenigen Wochen; nach mehrtägigen Einnahmepausen tritt sie wieder auf. Sie hängt von der Dosis, der Resorptionsgeschwindigkeit und der Schwere des Krankheitsbildes ab. Diejenigen, die am meisten Niacin brauchen, flushen am wenigsten. Auf leeren Magen kommt es nahezu immer innerhalb einer halben Stunde zu einem Flush; nimmt man Niacin als Pulver, setzt dieser nach wenigen Minuten ein. Nach dem Essen und/oder mit mindestens der gleichen Menge Ascorbin eingenommen, vermindert sich die Intensität der Vasodilatation. Es gibt auch (teueres) Extended Release und Sustained Release Niacin mit weniger Flushs, was sich nicht lohnt, da diese nach einer Woche meist ohnehin verschwinden. Keine Flushs treten unter Inositol-Hexaniacinat auf; allerdings ist dieses Molekül nicht annähernd so gut wie Niacin in der Cholesterin senkenden Wirkung (ggf. doppelt so hohe Dosis geben, 2 g /d), jedoch vergleichbar gut in der Behandlung psychischer Erkrankungen. 

Nur Niacin senkt den Cholesterinspiegel, nicht aber Niacinamid. Dosierung für diese Indikation: 1g/Tag. Im Vergleich mit Pharmaka schneidet es hinsichtlich Wirkung und Nebenwirkungen immer besser ab.

Hoffer sah zeitlebens keinerlei Leberschädigungen durch Niacin, Niacinamid oder Inositol-Hexaniacinat. Demgegenüber sollte Sustained Release Niacin bei Lebererkrankungen nicht eingenommen werden. Selten kann es in mittelhoher Dosierung (3g/d) zu einem Anstieg des den Harnsäurespiegels kommen. Auf diese und weitere, auch seltene Nebenwirkungen wird ausführlich im Niacinkapitel unter Wissenswertes – Kompendium – Orthomolekulare Prävention und Therapie eingegangen.

Mangel

Ein Vitamin-B3-Mangel äußert sich in Depressionen, Reizbarkeit, Schlafstörungen, Dermatitis, Diarrhoe und Demenz. Einen starken Mangel bezeichnet man als Pellagra (Raue Haut), die sich besonders unter Alkoholikern findet und bei einseitiger Ernährung mit Mais. Ein Vitamin-B6-Mangel führt auch zu einem Vitamin-B3-Mangel.

 

 

Vitamin B5, Pantothensäure ░↓

DGE: 5-6 mg
D: 4+: 3mg, 10+: 4mg, 15+: 12-30mg

Vitamin B5 ist hitzeempfindlich, Bestandteil des Coenzyms A, Energiegewinnung, Cholesterinsynthese, Neurotransmitterbildung, Hämoglobinbildung.

Erhöhter Bedarf
Dialyse, Diabetes mell., Alkoholkonsum, Resorptionsstörungen bei Darmkrankheiten, Akne (höhere Dosierung zur Therapie), Wundheilung.

Fünf Milligramm sind in:
100 g Kalbs- oder Rinderleber,
500 g Huhn,
4 Eier,
550 g Haferflocken,
400 g Linsen (trocken),
3 Avokados,
500 g Brokkoli,
Nüsse (Dosis in Bearbeitung).

Mangelerscheinungen
Kopfschmerz, Müdigkeit, Schlafstörungen, Parästhesien, Burning-Feet-Syndrom

 

Vitamin B6, Pyridoxin, Pyridoxal, Pyridoxamin, Pyridoxal-5-Phosphat (P5P) ░↓

Die verschiedenen B6-Vitamine sind ineinander umwandelbar. In der Leber entsteht aus Pyridoxin die eigentlich Wirksubstanz Pyridoxal-5-Phosphat (P5P, an Albumin gebunden, überwindet Blut-Hirn-Schranke). 2,4 mg P5P entsprechen 1,4 mg Pyridoxin.

DGE: -1: 0,3 mg, 1-15: 0,4-1,4 mg, 15+: 1,5-2mg, Sch, St 1,9. Zufuhr bis 100 mg gilt als unbedenklich.
D: 4+: 0,7mg, 10+: 1,4mg, 15+: 1,4-20 mg bzw. 2,4-10 mg P5P

Wirkungen:
Körperwachstum, Coenzym im Aminosäure- und Hirnstoffwechsel, Serotonin-, Dopamin- und Histaminbildung, Immunsystemstärkung, Hämoglobinbildung. Gegen Schlafstörungen, Depression, Übelkeit, PMS und Carpaltunnelsyndrom. Zusammen mit Vitamin B12 und Folsäure: Homocysteinsenkung.

2mg sind enthalten in jeweils:
175 g Sojabohnen,
200 g Haferflocken,
200 g Rinderleber,
250 g Vollkornreis,
450 g Kalbfleisch
2 kg Obst (besonders Bananen)

In niedrigerer Konzentration ist Vitamin B6 enthalten in:
Milchprodukten, Sardinen, Makrelen, Geflügel, Schweinefleisch, Kartoffeln, Nüsse, Avokados. Verluste: Gekocht 30%, eingefroren bis 50%.

Erhöhter Bedarf:
Im Alter, Anti-Baby-Pille, Antidepressiva, Antiepileptika, eiweißreiche Ernährung,  Schwangerschaft, Stillzeit, Tuberkulostatika.

Mangelerscheinungen
Akne, Diarrhoe, Infektanfälligkeit, Leberfunktionsstörungen, Lichtempfindlichkeit, Menstruationsbeschwerden, Mundwinkelrhagaden, Müdigkeit, Übelkeit, Wachstumsstörungen, Verwertungsstörungen für Magnesium, Eisen und Calcium.

Überdosierung >500mg: Lähmungen. Hypästhesien, Dermatiden (nicht P5P).

 

Vitamin B12, Cobalamin ░↓

DGE: -1: 0,0008 mg, 1-15: 0,001-0,003 mg, 15+: 0,003 mg
D: 4+: 0,0018mg, 10+: 0,003mg, 15+: 0,010 mg, 40+: 0,050mg, 60+: 0,100mg. Therapeutisch (M. Alzheimer) bis 1,0 mg

Wirkung
Zellwachstum, Zellteilung, in Erythrozyten, Ausbildung der Myelinscheide, Hirnleistungschwäche bis zur Demenz. Vitamin B12 verstoffwechselt Homocystein zu Methionin (Arteriosklerosevorbeugung).

Tagesbedarf (3 µg) in jeweils:
5 g Leber,
25 g Hering,
90 g Seelachs,
100 g Rindfleisch,
100 g Lachs,
150 g Käse3 Eier,
500 ml Vollmilch.
Sauerkraut enthält relativ wenig Vitamin B12

Erhöhter Bedarf bei: Schwangerschaft und veganer Ernährung. Resorptionsstörung bei Älteren durch Magenschleimhautatrophie oder durch chronische Gastritis, Omeprazol-Säurehemmer-Nebenwirkung, M. Crohn. In der Schwangerschaft liegt der Bedarf bei 4 µg und mehr (Verhinderung der Spina bifida bei höherer Dosis, ab 10 µg circa).

Mangelerscheinungen
Vitamin B12 hat eine lange Halbwertszeit, Symptome treten nach 2-3 Jahren Unterversorgung auf.
Perniziöse Anämie (Konzentrationsstörungen, Müdigkeit), Parästhesien an Füßen und Händen durch ZNS-Störungen, Gedächtnisstörungen bis Demenz, Appetitlosigkeit, Colon irritabile, Zungenbrennen, Vertigo, Infektanfälligkeit, funikuläre Myelose (Funktionsstörung des  Rückenmarks), Herz-Kreislauf-Störungen.

Hochdosiert ist es in der Lage, wie eine Studie der Universität Oxford zeigte, das Fortschreiten von Morbus Alzheimer um den Faktor 7 zu verlangsamen. Es ist ein Rätsel, warum die Massenmedien einschließlich der medizinischen Presse diese Sensation totschweigen. Wieviel Leid, wie viele Kosten könnten vermieden werden, wenn diese Informationen nicht verheimlicht würden?

 

Betain ▒↔

Es entsteht aus Cholin, ist ein Methylgruppendonator und kommt in Zuckerrüben, Spinat, Broccoli und Miesmuscheln vor. Man könnte es auch bei den Aminosäuren aufführen.

Es dient zur Behandlung der Homocystinurie und kann – in Kombination mit Folsäure und Vitamin B12 - erhöhte Homocysteinspiegel senken.

 

Cholin ▒↔

National Academy of Science: -8: 250 mg, 14+: 550-3500 mg.

D: Lecithin: 4+: 20mg, 10+: 50mg, 15+: 500 - 2000 mg.

DGE: Keine Angaben.

Cholin kommt am meisten im Eigelb vor, in vielen Lebensmitteln als Sphingomyelin oder Lecithin.

Erforderlich zur Acethylcholin- und Lecithinsynthese. Bestandteil von Frackingflüssigkeiten. Kann zu Betain oxidiert werden. Essentieller Bestandteil von Biomembranen. Verhindert Fetteinlagerungen in die Leber.

Lecithin-Tagesbedarf Erwachsener: 3-4g

 

Inositol, Inosit; MyoInositol ▒↔

D: 35 mg.

DGE: Keine Angaben.

Kommt ubiquitär vor, am meisten in Weizenbrot (11,5 mg/g), Therapiedosen bis 18 Gramm in der konventionellen Medizin (?!).

Ein sechswertiger Alkohol, Isomer der Glukose, analgetisch, entzündungshemmend, hautglättend. Antidepressiv als Myo-Inositol (?), senkt Lithium-Nebenwirkungen, hilft beim PMS, Verhinderung der Frühgeborenen-Retinopathie, als Inositolhexaphosphat krebshemmend (?), macht vorzeitige Wehen. Soll die Wirksamkeit einer Chemotherapie erhöhen. Wirkt bei Krankheiten, bei denen Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer wirken. Soll bei Depressionen, Panikattacken, Bulimie und Neurosen wirken. Wissenschaftlich noch nicht hinreichend untersucht.

 

Vitamin C ↓

Diesem Stoff, der nur aus historischen Gründen in der Reihe der Vitamine steht, wurde ein eigenes Kapitel gewidmet.
Siehe Ascorbin.

Vitamin D ↓

Als Vitamin D3 (25-OH-Cholecalciferol) kommt es nur in tierischen Nahrungsmitteln vor, als Vitamin D2 in Pflanzen und Pilzen; beide sind äquivalent.

NKR 5 µg/200 IE, Säuglinge und >65-Jährige 10 µg
DGE: -1: 400 IE, 1+: 800 IE
D Dosierung am besten nach Blutspiegel ≥32 (-100) ng/ml, sonst 1000 IE, Säuglinge 400 IE. Aufsättigung mit 2000-4000 IE; 10000 IE heben den Blutspiegel um 1 ng.

Wirkungen
Calciumresorption, Calciumeinbau in den Knochen, Calciumblutspiegelregulation, Stärkung des Immunsystems (Mechanismus unerforscht), Krebsschutz, Metastasenhemmung, Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, MS.

Zwanzig Mikrogramm (800 IE) sind in jeweils:
16 Eiern,
80 g Hering,
600 g Steinpilze,
600 g Avocado,
1000 g Rinderleber,
2000 g Käse
Synthese durch UV-B bei ausgedehnter Sonnenexposition

Erhöhter Bedarf besteht bei Säuglingen, Kleinkindern und in Schwangerschaft und Stillzeit.

Mangelerscheinungen
Rachitis, Osteoporose, Krebsrisiko.

Die Forschung der letzten Jahre über Vitamin D hat unseren Horizont enorm erweitert. Ging man früher von einer täglichen Ergänzung der Nahrung mit 200 I.E. aus, liegen jetzt die Empfehlungen der Fachleute bei 1000 I.E im Sommer und 4000 I.E. im Winter. Man kann sich gut am Blutspiegel orientieren, der auf 32 ng/ml oder leicht darüber eingestellt wird. Ab diesem Blutspiegel treten keine erhöhten Parathormonwerte mehr auf, die das Calcium aus den Knochen lösen.

Vitamin D ist kein Vitamin. Es ist ein Steroid, ähnlich wie Cortisol oder die Geschlechtshormone und damit nach seiner Struktur ein Hormon. Es ist an tausenden Stoffwechselreaktionen beteiligt und dementsprechend wichtig. Die bekannteste Wirkung ist die Aufrechterhaltung der Knochenstabilität, der Einbau von Calcium in den Knochen und die Verhinderung von Osteoporose und Rachitis.

Seine Substitution ist keine Nahrungsergänzung, sondern orthomolekulare Prävention bzw. Therapie. Der Bedarf (für einen Blutspiegel von 30 ng/ml) ist mit der Nahrung nicht zu decken, es sei denn, Sie ernähren sich einseitig jeden Tag mit circa 100 g Wildlachs oder 1 kg (!) Kabeljau. Man muss vorsichtig mit dem Wort unmöglich umgehen, aber hier ist es angebracht. Die einzigen, die das schaffen, sind die Eskimos. Lebertran ist eine Alternative zur Vitamin D-Tablette.

Da unsere Haut mit Hilfe des Sonnenlichts Vitamin D synthetisieren kann, glauben manche irrtümlicherweise, sie könnten damit den Bedarf decken. Die Voraussetzungen dafür sind: Die Sonne muss zum Horizont höher als 45° stehen, die unbedeckte Körperoberfläche ist täglich ohne Sonnenschutzmittel für eine halbe Stunde der Sonne am wolkenlosen Himmel auszusetzen. Dunkelhäutige brauchen mehr als eine halbe Stunde. Mit Lichtschutzfaktor 30 verlängert sich die Expositionszeit auf 15 Stunden. Nicht außer Acht zu lassen ist natürlich die Hautkrebsgefahr.

 

Vitamin E, Tokopherol (alpha - delta)

Tagesbedarfsangaben verschiedener Autoren: 200 mg, Ältere  bis 900 mg, Kinder und Jugendliche 50-100 IE = 33-67mg, Erwachsene 130-600 IE = 87-402 mg, Risikogruppen 600-1000 IE = 401-670 mg.

D: 4+: 10mg, 10+: 14mg, 15+: 24mg, 60+: 36mg; therapeutisch 100 - 400 mg

DGE: 15+: 11-15 mg-Ä

Überdosierungssymptome ab 1200 IE bzw. 900 mg möglich: Kopfschmerz, Schwindel, Muskelschwäche.

Wirkungen
Antioxidans, Intimaschutz (Innenauskleidung der Arterien), Schutz vor KHK (kornare Herzkrankheit), Blutviskositätsverminderung, Muskelfunktion, Erythrozytenfunktion, Elastizität und Stabilität des Bindegewebes, Wirkung auf Hormone, gegen Impotenz, senkt den Insulinbedarf, entzündungshemmend (Rheuma etc.), verhindert die Oxidation von Vitamin A und Fetten, fördert die Wundheilung, Krebsschutz.

Ein erhöhter Bedarf ergibt sich aus den Wirkungen bei den erwähnten Krankheiten wie KHK, Rheuma, Arthritis, Krebs, Thromboseneigung etc.

Tagesbedarf und Gehalt in Nahrungsmitteln:
10,5 mg in 40 g Haselnüssen.
Pflanzliche Öle, Weizenkeimöl 174 mg/100g, Mandeln, Butter, Eier, Leinsamen.

 

Folsäure

DGE: -1: 60-80 µg-Äquivalent, 10+: 400, Sch/St: 600

D: (als Metafolin) 4+: 0,2mg, 10+: 0,3mg, 15+: 0,4 (-0,6) mg, therapeutisch - 2,5 mg

Allein durch die richtige Dosierung des Vitamins Folsäure konnte das Auftreten einer kindlichen Mißbildung reduziert werden, nämlich das der Spina bifida, des „offenen Rückens“. Eine Studie aus 2009 weist darauf hin, dass auch eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12, unabhängig von der Folsäurekonzentration, zu weniger Kindern mit Spina bifida führt.

Genügend Folsäure ist auch zur Erhaltung eines niedrigen Homocysteinspiegels erforderlich. Im Zweifelsfall macht es Sinn, den Blutspiegel zu messen.

 

Vitamin H, Biotin ▒

DGE 30-60 µg

D: 4+: 20µg, 10+: 35mg, 15+: 400µg, ♀ 15-40: 600µg, Sch: 800µg

 

Vitamin K1 ▒

DGE 60-80 µg, Schwangere 60, Säuglinge 4-10, Kinder 15-50.

D: 4+: 30µg, 10+: 50µg, 15+: 75µg


Vorkommen in Pflanzen. Für die Synthese von Blutgerinnungsfaktoren erforderlich.

 

Vitamin K2 (Menochinon-7, MK-7)▒

DGE: Keine Angaben.

D: 4+: 10µg, 10+: 10µg, 15+: 15µg, therapeutisch bis 500 µg, als Antidot bei Überdosierung von Cumarin-Derivaten: 5-10 mg.

Vitamin K2 wird von Kolon-Bakterien (E. coli, Lactobakterien) gebildet, was aber oft nicht ausreichend ist, um den Bedarf zu decken. Es ist Cofaktor für die Gamma-Glutamylcarboxylase (GGCX), die die Umwandlung von Glutamin zu GLA katalysiert. Das Matrix-GLA-Protein, welches für die Elastizität der Blutgefäße sorgt und auch Gefäßverkalkungen verhindert, enthält verschiedene GLA-Strukturen. Sind diese durch einen Mangel an Vitamin K2 unter- oder uncarboxyliert, sind die GLA-Proteine fehlerhaft und funktionieren nicht richtig. Vitamin K2 schützt also vor Elastizitätsverlust und Arteriosklerose.

Vitamin K2 ist für den Knochenstoffwechsel wichtig, z. B. für die Carboxylierung von Osteocalcin. Es wurde ein Zusammenhang beobachtet zwischen einer niedrigen Aufnahme von Vitamin K2, einer verminderten Knochendichte und einem erhöhten Risiko für Oberschenkelhalsfrakturen (Feskanich, D. et al.: Vitamin K intake and hip fractures in women: a prospective study. Am J Clin Nutr., 1999; 69(1): 74-9).

Carboxyliertes Osteocalcin kann die Insulinsekretion und -sensitivität verstärken und die Zahl der Beta-Zellen steigern und sie anregen, Insulin zu produzieren. Eine große Studie zeigte, dass die Vitamin-K2-Aufnahme linear umgekehrt proportional mit dem Risiko verbunden war, an Diabetes mellitus II zu erkranken. Das Diabetesrisiko sank pro zusätzlichen 10 µg Vitamin K2 pro Tag um 7 % (Beulens, J. W: Dietary phylloquinone and menaquinones intakes and risk of type 2 diabetes. Diabetes Care, 2010; 33(8): 1699-1705).

Bei Cumarintherapie ist es sinnvoll zur Vermeidung von Nebenwirkungen, niedrig dosiert (10-45-140 µg/Tag) Vitamin K einzunehmen. Dafür eignet sich Vitamin K2 wegen seiner Halbwertszeit von 3 Tagen besser als Vitamin K1 mit einer Halbwertszeit von 1-2 Stunden. Der INR muss immer engmaschig kontrolliert werden.

 

Coenzym Q10, Ubichinon-10 ░

DGE: Keine Angaben.

D: 60+: 30mg, ♥ CVD: 100 - 200, ℵ Ca: -600.

Eigentlich kein Vitamin, lipophil, hitzelabil, mit dem Alter nachlassende körpereigene Synthese, Bestandteil der Atmungskette in den Mitochondrien, Elektronen- und Protonenüberträger. Antientzündlich, Mammakarzinomremissionen, lindert Parkinson und Herzinsuffizienz, verbessert Fettverbrennung und Extrasystolie. Als Nebenwirkungen bei der Tumortherapie können Tachykardie oder Rhythmusstörungen auftreten.

Vorkommen
Leber, Sardine, Makrele, Pistazien, Sonnenblumenkerne, Pflanzenöl, Zwiebel.

Mangel
Bei Myopathien, Fibromyalgie. Nebenwirkung der Behandlung mit Statinen (Cholesterinsenkern).

 

 

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