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Die bioidentische Hormonersatztherapie (BHT) ist eine Behandlung mit physiologischen, orthomolekularen Substanzen.
Dadurch werden Nebenwirkungen vermieden, die mit xenobiotischen, also, körperfremden Substanzen üblicherweise auftreten. Beispielsweise beobachtete man eine höhere Brustkrebsrate durch körperfremde Gestagene, mehr Schlaganfälle und mehr Thrombosen. Für bioidentische Hormone bestehen diese Gefahren nicht.

Bioidentische Hormone Mona LisaDie BHT schützt nach der bisherigen Literatur vor COPD, Herzinfarkt, KHK, kognitiver Dysfunktion, Lungenemphysem, M. Alzheimer, Osteoporose, Schlaganfall, vorzeitiger Alterung und Wechseljahresbeschwerden.

Diosgenin aus Yamswurzel ist nicht bioidentisch. Yams ist Ausgangssubstanz der kommerziellen Hormonsynthese (Cortison, Progesteron, etc.).

Folgende Hormone werden vorrangig verwendet:

Prämenopausal: Progesteron, (Estriol/Östriol),

perimenopausal: Progesteron, Estriol und Estradiol/Östradiol,

postmenopausal: Progesteron, Estriol, (Estradiol).

Die bevorzugten Applikationswege sind transdermal und vaginal. Bei der oralen Gabe von Estradiol entstehen leicht sehr hohe Estron/Östron-Spiegel, welche hinsichtlich Brustkrebsrisiko nicht so günstig sind. Dies droht bei Progesteron (und Estriol) nicht; orale Progesteron-Gaben haben eher eine Schlaf fördernde Wirkung als vaginale. Bei der transdermalen Gabe sollten die Applikationsstellen für eine gute Resorption von Zeit zu Zeit gewechselt werden („dermal fatigue“, Speicherung in Fettzellen).

Progesteron
ist ein natürliches Antidepressivum und Diuretikum (Entwässerungsmittel). Es moduliert das Wachstumshormon (GH), Melatonin und TSH, hat keinen Einfluss auf Blutzuckerspiegel und Blutgerinnung, erhält die Endometriumstabilität, kann die Libido unterstützen (JV Wright & L Lenard) und normalisiert Zink- u. Kupferblutspiegel. Östrogen, Testosteron und Cortisol werden daraus synthetisiert. Es schützt vor Osteoporose, Endometriumkarzinom und fibrozystischer Mastopathie, fördert die Fettverbrennung, verbessert die Sauerstoffversorgung der Zellen, dient als Abortprophylaxe und ist selbstverständlich schwangerschaftserhaltend.

Östradiol wird auch in Fettzellen aus Testosteron synthetisiert, wirkt proliferativ an Endometrium u. Mammaparenchym, schützt vor Osteoporose und verlangsamt die Telomerverkürzung mesenchymaler Knorpelstammzellen.

Östriol hat eine schwächere Östrogenwirkung (~10%) als Estradiol in gleicher Dosierung, wird auch im Fettgewebe aus Androstendion gebildet, lindert MS, ist wichtig für Haut und Schleimhäute (Augen, Darm), schützt vor Osteoporose und lindert Hitzewallungen. Es stimuliert nicht das Endometrium (Wachstum von Gebärmutterschleimhaut) und Mammaparenchym (Brustdrüsengewebe).

Östron entsteht postmenopausal ohne BHT/HRT zu 95% aus DHEA u. Androstendion, prämenopausal zu 50 % aus dem Fettgewebe, zu 45 % aus dem Ovar und zu 5 % aus der Nebennierenrinde (NNR). Es ist das Abbauprodukt von Estradiol und fördert Karzinomwachstum. Es kann Mastodynie (Brustschmerzen), cervikalen Fluor (Ausfluß), Meno-/Metrorrhagie (Zyklus/Periodenblutungsstörungen), Endometrioseschmerz, Laktationshemmung (Stillschwäche), Sehstörungen, Übelkeit, Kopfschmerz, Anorexie (Appetitmangel), Vertigo (Schwindel), arterielle Hypertonie, Wadenkrämpfe und erektile Dysfunktion (Impotenz) verursachen.

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